Home

ANKE HELFRICH

Facebook 

CD Reviews

Reviews Album "Dedication"

JAZZTHETIK Nov. 2015 | Angela Ballhorn | www.jazzthetik.de

Anke Helfrich - Eine Widmung an das Leben

Sie ist ein Donnerschlag, eine Hymne an das Leben, eine Verbeugung vor Vorbildern, eine Hingabe an Familie, Freunde und die Musik. Dedication zeigt eine gereifte Musikerin mit einer starken Persönlichkeit und einer genauen Vision, die ihre Mitmusiker Martin Wind (b) und Jonas Burgwinkel (dr) sowie die Gäste Tim Hagans (tp) und Ardie Walz (Sprecher) mitreißt. „Diese CD habe ich allen gewidmet, die wichtig in meinem Leben waren und sind, von der direkten Umgebung mit Familie und Freunden bis hin zu Persönlichkeiten, die mich beeindruckten und prägten."

Neu ist dabei die gekonnte Hinzunahme von Texten, die spannende Vertonung der berühmten Rede von Martin Luther King und die musikalische Einbindung des Gedichts "Invictus", das Nelson Mandela viel bedeutet hat. Mandela führt Helfrich auch in ihre ganz persönliche Vergangenheit, da sie in Namibia aufgewachsen ist, wo ihre Eltern sich in einer Anti-Apartheid-Organisation engagierten und sie als Kind in die schwarzen Townships mitnahmen. ",Invictus‘ von William Ernest Henley hat Mandela während seiner langen Haft Kraft gegeben. Ich habe in meiner Musik ein Zwiegespräch aus Wort und Melodie kreiert. Der ostinate Bass klingt vielleicht bedrohlich, dafür wird die Melodie immer zuversichtlicher und lässt Pausen für die wichtigste Aussage: ,I am the master of my fate, I am the captain of my soul!‘"

Der Opener "Invictus" geht kongenial in "Chan‘s Song" von Herbie Hancock über. "Ich liebe den Film Round Midnight von Bertrand Tavernier mit Dexter Gordon und speziell die Szene am Meer, in der die Komposition erklingt. Der Film mit Gordon und meinen anderen Vorbildern Hancock und Shorter war eine große Inspiration. Er war ein Mosaikstein zu meinem Wunsch, Jazzmusikerin zu werden." Auch Thelonious Monk, der schräge Pianist, der Anke Helfrich in ihrem musikalischen Leben zum Fixstern wurde, bekommt eine Widmung. "Nie gradlinig, aber immer dahin kommend, wo er hinwollte. So gesehen ist Dedication ein Rückblick auf das, was war, und gleichzeitig ein Ausblick auf die Zukunft."

Das Kernstück der CD ist eine zwölfminütige Vertonung von Martin Luther Kings berühmter Rede "I Have a Dream". Anke Helfrich hat die Sprachmelodie der epochalen Ansprache genau transkribiert, die auf einmal deutlich hörbare Melodielinie harmonisiert und damit Luther Kings Rede unterlegt. Die berührende Rede wird so zum mitreißenden Gospelsong, kongenial der Stimmung angepasst. Martin Luther Kings Träume, die der schwarze Bürgerrechtler 1963 mit 250.000 Menschen in Washington teilte, wird vom Trio teilweise wörtlich übersetzt. Bei "Let Freedom Ring" lässt die Band alle Leinen los, nimmt das groovige Anfangsthema wieder auf, bevor sie eine Generalpause vor dem Schlusssatz "Free At Last" setzt. "2013 habe ich mit der Vertonung der Rede begonnen. Die Ideen sammelte ich schon eine Weile, aber so eine Aufgabe brauchte ihre Zeit zum Reifen." Zu Beginn der Rede steht eine funkig-unruhige Bassfigur mit einer Gospel-Soul-Begleitung vom Klavier. Doch am beeindruckendsten ist die Passage "I Have a Dream", die den Duktus der Rede perfekt aufnimmt und deren Wirkung noch unterstützt.

Die Band ist sich einig, wenn man sie nach ihrem Lieblingsstück fragt: "Sagrada Familia", nicht der berühmten Kirche in Barcelona, sondern der Familie der Pianistin gewidmet. "Meine Familie ist mein Rückhalt, sie ist immer für mich da. Aber heilig sind wir nun wirklich nicht immer", schmunzelt sie. Die Mitglieder ihrer musikalischen Familie auf Dedication bezeichnen die Ballade als eines der schönsten Stücke, die sie spielen durften. Dass Tim Hagans Gast auf der CD ist, habe sich einfach ergeben, sagt Anke Helfrich. "Mir war klar, dass es diesmal wieder Trompete sein musste. Tim Hagans gefällt mir, ich hatte vor Jahren eine CD von ihm gehört und fand interessant, was er macht, weil er gerne out spielt, aber auch sehr fantasievoll und energievoll. Das hat mich gereizt. Er kann sehr offen spielen, was für die frei improvisierten Stücke wichtig ist." Aufgenommen wurde Dedication in New York, da die drei Mitwirkenden im Big Apple leben, Anke Helfrich selber dort gelebt und gearbeitet hat und der Energie der Stadt somit auch noch eine musikalische Widmung schreiben konnte.

Vielleicht ist es wirklich nicht wichtig, alle zwei Jahre eine neue CD auf den Markt zu bringen – wenn dann eine so unglaublich stimmige und packende CD wie Dedication folgt, hat sich das Warten mehr als gelohnt. Anke Helfrich gebührt großes Lob für ein Album mit Witz, überraschenden Soundkomponenten und unglaublichem Tiefgang, das einen nicht unberührt lässt.

JAZZPODIUM Nov. 2015 | Volker Doberstein

- "Eine der besten Pianistinnen Europas ist zurück auf dem Radar.
- "Nicht nur das rhythmische fast perkussiv anmutende Moment im Spiel von Helfrich ist ungebrochen faszinierend.
- "Dedication" wirkt nur auf den ersten Blick wie die sentimentale Zusammenstellung persönlich bedeutsamer Stücke und Momente. Tatsächlich aber ist es das öffentlich gemachte Protokoll einer Leidenschaft, das die Evolution einer Musikerin und ihres Musikverständnis transparent macht…(..)
- ..auch war der Einsatz eines Spoken Word Artist selten so wenig anbiedernd an den Zeitgeist wie auf dieser Aufnahme
- Wie fein und wohlgesetzt die hochedlen Ingredienzen hier zusammenwirken ...(man ist geneigt von einer Art Klangregie zu sprechen) ist beeindruckend.
- Kurzum: Dedication repräsentiert europäisches Top-Niveau."

JAZZTHING, 11/2015 | Reinhard Köchl

- dabei gelingt ihr ein erregender Spagat zwischen virtuoser Musikalität und großer Erzählkunst.
- Stücke wie das berührende Sagrada Famila stehen geradezu exemplarisch für diese aus dem Rahmen fallende, grandiose CD.
- Anke Helfrich ist…mit das Beste was der deutsche Jazz derzeit zu bieten hat.

Download as PDF

Weinheimer Nachrichten 02. 2016 | Weinheimer Nachrichten

Ist „Dedication“ (Hingabe), der Titel der neuesten CD von Anke Helfrich, ein gutes Omen? Es scheint so, denn die in Weinheim lebende Pianistin ist für den Jazz-Echo in der Kategorie Klavier und Keyboard nominiert. „Schon über die Nominierung bin ich happy“, sagte sie gestern bei einem kurzen Telefonat mit den WN. Nun heißt es Daumen drücken, damit die sympathische Jazz-Musikerin zur Instrumentalistin des Jahres im Bereich Jazz gekürt wird. Die Verleihung findet am 26. Mai in Hamburg statt.

Neben Anke Helfrich sind noch Omer Klein und Michael Wollny im Rennen. Klein ist ein israelischer Jazz-Pianist und Komponist, der sich auch von traditioneller orientalischer Musik inspirieren lässt. Wollny erhielt bereits 2015 für „Nachtfahrten“ und 2014 für „Weltentraum“ einen Jazz-Award.

Anke Helfrichs Werk zeichnet sich seit jeher durch eine anregende Mischung aus Inspiration, Gefühl, Kalkül und technischer Raffinesse aus. Stilistisch wurden immer wieder Parallelen zu Thelonious Monk gezogen, doch das galt allenfalls für ihre Interpretationen und Improvisationen in den 90er-Jahren. Längst geht sie einen eigenen, spannenden Weg, der lyrische und erzählerische Coloraturen aufweist. Anke Helfrich gewann unter anderem 1996 mit Trio die „European Jazz Competition“ und erhielt 1998 den ersten Preis bei der „Hennesy Jazz Search“. Nominiert ist sie außerdem mit „Dedication“ für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik im ersten Quartal dieses Jahres. Derzeit ist sie auf CD-Tour mit Schlagzeuger Jonas Burgwinkel, Bassist Dietmar Fuhr und Posaunist Adrian Mears.

Drums und Percussion 03/2016 | Download as JPG

- "..dabei herausgekommen sind wunderschöne Stücke mit improvisierter Musik voller Emotion und Hingabe."
- "Perfekte Interaktionen der Musiker ist hier Grant für ein großartiges Album.."
Frankfurter Rundschau 10.11.2015 | Hans-Jürgen Linke | Artikel URL:fr-online.de/musik/anke-helfrich-widmung-an-einen-traum

Widmung an einen Traum

Die Jazzpianistin Anke Helfrich mit ihrem qualitätsbewussten Album "[dedication]".

Anke Helfrich, Dozentin an Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main, ist eine der wichtigsten europäischen Pianistinnen des zeitgenössischen Jazz, hat einen wachen und regen Sinn für Traditionen und liebt offenbar erweiterte Trio-Besetzungen. Ihre eigene Jazz-Traditionslinien zieht sie von Thelonious Monk über Kurt Weill bis zu Herbie Hancock, und für ihr aktuelles Album „[dedication]“ nimmt sie zusätzlich außermusikalische Anregungen auf, die für ihre Musik und im Leben wichtig und prägend sind. Ihr Trio besteht diesmal aus Martin Wind am Bass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug, eine Besetzung, die von einem enormen Qualitätsbewusstsein zeugt. Als Gäste sind der Trompeter Tim Hagans und als Rezitator Ardie Walser dabei.

Für Nelson Mandela

Ja, Rezitator. Denn zwei Stücke von Anke Helfrich leben von einem intensiven Text-Bezug, und für das erste wird jemand gebraucht, der das Gedicht „Invictus“ des englischen Dichters William Ernest Henley angemessen zu rezitieren versteht. Das aus vier Vierzeilern bestehende, heroisch-trotzig gesinnte Poem soll, heißt es, für Nelson Mandela eine Quelle des Lebensmutes während seiner langen Gefangenschaft gewesen sein. Mandela ist der Widmungsträger der Komposition „Invictus“. Ein autobiografisches Thema schwingt darin insofern mit, als Anke Helfrich etliche Jahre lang in Namibia aufgewachsen ist, wo ihre Eltern in der Anti-Apartheid-Bewegung aktiv waren und mit ihr in die schwarzen Townships gingen.

Das gewichtigste und vermutlich zentrale Stück des Albums bezieht sich ebenfalls auf einen Text. „The Prize“ und ist zwölf Minuten lang und setzt sich mit der berühmtem „I have a dream“-Rede des Bürgerrechtlers Martin Luther King vom 8. August 1963 auseinander. Die Musik kommentiert dabei nicht die Rede, sondern nähert sich dem Text mit Empathie und legt den reichen musikalischen Charakter von Kings Rhetorik frei – die suggestive Melodik und Rhythmik, die dramaturgisch wirkungsvolle Art, Pausen und Tempovariationen einzufügen, die dynamischen Steigerungskonzepte, die ruhig-selbstvergewissernden harmonischen Strecken und die ins Utopische weisende Coda. Und sie lässt immer genug Raum, um Reaktionen des Publikums als bedeutsames musikalisches Element hörbar zu machen: Es ist eine Redeweise der call-and-response-Traditionen afroamerikanischer Gottesdienste.

Nicht nur großen, fernen Helden und Vorbildern gilt jedoch Anke Helfrichs Widmungs-Album, sondern auch näheren Menschen: der Familie („Sagrada Familia“), dem Freund („Aspettami“) und den Freunden und Mitmusikern. Die Verwendung verschiedener Tasteninstrumente in den Stücken – Klavier, E-Piano, Harmonium – spricht eine eigene, prägnant klingende Sprache und gibt dem Album ein weites Spektrum von Klangfarben.

Ein unerwähnter Widmungsträger ist möglicherweise die Stadt New York mit ihrer fast mythischen Energie, die im Jazz seit je Spuren hinterlässt und den urbanen Hintergrund für das emanzipatorische, internationalistische und antirassistische Lebensprogramm bildet, das für Anke Helfrich hörbar mit ihrer Musik verbunden ist.

Copyright © 2015 Frankfurter Rundschau

Christian Brorsen – Music Director, Jazzhus Montmartre, Kopenhagen

"Anke Helfrich gehört zu der exklusiven Elite europäischer Pianisten die es schafft, eine neue Art der Energie und der Seele in den Jazz einzubringen. Sie ist eine grossartige Pianistin und bekannt dafür, ihr Publikum zu fesseln. Mit Dedication zeigt sie nun neue Facetten ihrer Musikalität. Auf dieser sehr persönlichen Veröffentlichung pflegt sie erfolgreich die amerikanischen Jazzwurzeln, während sie ihre eigene Interpretation des heute klingenden Jazz bietet. Wir brauchen solche Künstler die Risiken auf sich nehmen und Anke Helfrich tut dies meisterlich."

All That Jazz, Nov. 2015 | Sven Thielemann

Rafiniert ins Freie aufgebrochene Piano-Delikatessen voller Subtilitäten.

hr2 "jazzfacts", Nov. 2015 | Guenter Hottmann | hr-online.de

"...() Ihr neues Album [dedication] "...() entpuppt sich trotz jeder Menge Blond auf dem Coverfoto.. als ambitioniert und schwarz." In diesem Sujet sind die Amis nach wie vor führend, eine deutsche blonde Frau ist es diesseits des großen Teichs auch."
"...() Das explizit politische Statement von Anke Helfrich hat die Eindringlichkeit historischer Soul-Jazz-Traktate. Im Blindhör-Test würde man einen afro-amerikanischen Absender vermuten."

Besprechung aus Dänemark 02/2016 | Niels Overgard
„Dedication ist ein internationales Jazzalbum, bei dem es keine Grenzen gibt. Es ist eine inspirierende und erfolgreiche CD, gewürzt durch das Spiel von Hagans.“
kultur-port 12/2015 | kultur-port.de
Mannheimer Morgen, 28.11.2015 | Stefan M. Dettlinger

"Ich will auch zu den Herzen vordringen"

Jazzpianistin Anke Helfrich über ihr neues Album „Dedication“, den Jazz, die Kunst und die humanistische Botschaft ohne erhobenen Zeigefinger

Der Höhepunkt des neuen Albums von Jazzpianistin Anke Helfrich ist, wenn sie in "The Prize" Martin Luther King zum Singen bringt. Immer wenn er in seiner historischen Rede wieder beginnt, "I have a dream" zu sagen, hebt Helfrich am Klavier mit kleinen knackigen Motiven zur jazzigen Raumfahrt ab und erhebt unsere Gedanken in Sphären voller Hoffnung auf eine bessere Welt. "Dedication" ist ein überaus vielfältiges und reifes Album mit großartigem Jazz - und Anke Helfrich eine interessante Gesprächspartnerin...

Wow, Frau Helfrich, Ihr neues Album nimmt einen ganz schön mit. Diese Kraft! Wie wichtig ist Ihnen die humanistische Botschaft?

Anke Helfrich: Eine humanistische Botschaft hat das Album, aber ich möchte vor allem authentisch sein. Die Stücke sind noch persönlicher als sonst, da sie als Widmung für Menschen und Themen entstanden sind, die mir wichtig sind.

Welche Menschen?

Helfrich: Zum Beispiel meine Familie, bei der ich zum Glück aufgewachsen bin. Ich bin dankbar für alles Erlebte, ob positiv oder negativ. Ich hatte die Chance, in anderen Ländern zu leben und andere Kulturen kennenzulernen, zu erfahren, wie man als Ausländer mit Vorurteilen umgeht, habe gelernt, offen zu sein, aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen.

Und das wirkt auf die Musik?

Helfrich: Das erweitert den Blick, beeinflusst Denken und Handeln und somit auch meine Musik. Für mich wurde Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen, Männern und Frauen, Chancengleichheit, Völkerverständigung und friedliches, respektvolles Miteinander automatisch zum Thema: seit meiner Jugend in Afrika, ob als Frau in einer Männerdomäne oder als Deutsche im europäischen Ausland, in dem es noch Ressentiments gab, und später in Amerika.

Auf "Dedication" spielt auch das Wort eine Rolle. Sie widmen Nelson Mandela das Stück "Invictus", und die Komposition "The Prize" mit einer Vertonung der berühmten "I have a dream"-Rede" ist eine Hommage an Martin Luther King, Jr.

Helfrich: Die Botschaft von William Ernest Henleys Gedicht "Invictus" und Kings Rede sind bis heute - und gerade jetzt - ganz aktuell. Ich wollte eine Verquickung von Melodie und Wort schaffen. Dabei habe ich mir überlegt, wie das Gedicht in die Musik eingebettet werden kann. Bei der MLK-Rede war es genau umgekehrt: Ich folge der Rede musikalisch. Man könnte sagen, das Album hat eine humanistische Botschaft als eindringliche Erinnerung und Ermutigung, aber ohne erhobenen Zeigefinger.

Na den erhebt Martin Luther King schon selbst. In dem Stück singt er sie. Wie haben Sie das hingekriegt?

Helfrich: Ich habe es mir unendlich oft angehört, habe Tonhöhe und Rhythmus transkribiert und auf das Klavier übertragen, dem Ganzen eine Form gegeben, unterlegt mit einem sehr tiefen, gestrichenen Basston und in das Stück integriert. Er spricht wie ein Gospelprediger und der Anfang hat etwas von der typischen Call-and-Response-Praxis. Bei dem Hauptstück der Rede dann bringe ich ihn durch mein Spiel zum Singen.

Das ist fantastisch und hört sich an, als sei die Rede musikalisiert worden. Im Jazz, wo wir vielleicht gerade eine Tendenz zum Leichten haben, wirkt das wie ein Gegenpol...

Helfrich: ...mit dem "Leichten" bin ich gar nicht einverstanden. Eventuell wird das so wahrgenommen, weil bestimmter Jazz oft im Hintergrund läuft. Für mich ist es eine Musik, die höchste Anforderungen an den Musiker und auch an den Hörer stellt, weil man sich darauf einlassen muss. Als Jazzmusiker versucht man beim Komponieren und Improvisieren jedes Mal etwas Neues zu schaffen, das ist ein kreativer Prozess, der nie aufhört. Ich will mit meiner Musik aber nicht nur intellektuell ansprechen, sondern den Hörer auch auf der Herzensebene erreichen. An Momente, die mit Musik verbunden sind, erinnert man sich ein Leben lang.

Sie verteidigen sich. Das war ja kein Angriff auf den Jazz. Wie kreativ der sein kann, zeigen ja nicht zuletzt Sie selbst - etwa mit dem Stück "Wehklage" von nur gut einer Minute. Ist da eigentlich alles frei improvisiert?

Helfrich: Ja, im Gegensatz zu Stücken wie "Sagrada Familia", eine Eigenkomposition mit einem ausnotierten Thema, über deren festgelegte harmonische Form wir improvisieren, war bei "Wehklage" und auch bei "Lost & Found" absolut nichts festgelegt. Der Hörer bekommt ein spontan und frei improvisiertes Stück zu hören, das aus dem Moment entstand.

st das dann ein Kunstwerk?

Helfrich: Wenn eine Komposition Tiefe hat und den eigenen Ansprüchen gerecht wird, wenn sie also alles hat, worauf man Wert legt - warum eigentlich nicht! Wie Lyonel Feininger sagte: Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit. Das Komponieren und Improvisieren ist die Notwendigkeit des Jazzmusikers, sich auszudrücken. Dabei kann ein Kunstwerk entstehen.

Auf welcher Evolutionsstufe sehen Sie den Jazz? In Europa ist ja der Einfluss von "weißer" Musik so groß, dass der Afroamerikaner sagt: Das ist gar kein Jazz...

Helfrich: Ich bin gegen Verallgemeinerungen und Schubladendenken. Es kam vor ein paar Jahren bei einigen amerikanischen Musikern die Diskussion auf, den Begriff Jazz zu verbannen, da die Bezeichnung nicht mehr zeitgemäß sei. Mit einem neuen Begriff sollten die afroamerikanischen Wurzeln betont werden. Manche sagten auch, das Wort Jazz wäre negativ belastet. Aber für mich ist in "Jazz" alles enthalten. Er spiegelt das Kulturellen, Politische, Gesellschaftliche und Wirtschaftliche der jeweiligen Zeit wider. Oft haben sich Stile als Reaktion auf das Vorige entwickelt, manchmal als Protest. In Europa gibt es inzwischen eine so reiche und vielfältige Jazzszene, die inzwischen auf der ganzen Welt wahrgenommen wird. Wo wir uns in der Evolution befinden, sollen Wissenschaftler herausfinden. Ich denke jedenfalls: Der Jazz wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln.

Melodiva 12.12.2015 | Sandra Müller-Berg

Anke Helfrich Trio feat. Tim Hagan "dedication"

An dieser Stelle kann ich endlich einmal ein leidenschaftliches und ehrliches Plädoyer über die Notwendigkeit von Musik halten, die herausfordert. Ein solches Musikwerk – egal, ob Jazz, Pop, Rock, Klassik –ist im besten Sinne verstörend, wenn es den Hörer zu überwältigen vermag, weil es sperrig, interessant und einfach anders ist. Der Hörer kann eine solche Musik letztendlich nicht erfassen. Solche Musik wirkt nie abgestanden oder aufgebraucht. Sie bleibt in ihrem Kern ein nicht zu erfassendes Rätsel und ein Ausgangspunkt der eigenen Neugier.

Ein solches Werk ist die neue CD „dedication“ von Anke Helfrich. Die schon seit langem international anerkannte Jazzpianistin ließ sich mit dem Album Zeit – es erscheint sechs Jahre nach dem letzten Album „Stormproof“, was im heutigen Musikbusiness nicht wirklich geht. Doch die außerordentliche Qualität des neuen Albums zeigt, dass diese lange Vorbereitungszeit richtig und wichtig war. Anke Helfrich, übrigens seit Jahren Dozentin am Frankfurter Konservatorium, verfügt mit Martin Wind (b), Jonas Burgwinkel (dr) und dem kongenialen amerikanischen Trompeter Tim Hagans über ein Aufgebot an erstklassigen Jazzmusikern, das seinesgleichen sucht und Schuld an der außerordentlichen Qualität von „dedication“ ist.

Kernstücke der CD sind die beiden Tracks „Invictus“ und „The Prize“, mit denen Anke Helfrich auch bewusst ihrer eigenen afrikanischen Kindheitserinnerungen gedenkt. „Invictus“ ist der Titel des gleichnamigen Gedichtes von Ernest Hemingway, das für den südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela während seiner Haft überlebenswichtig wurde. In dem Stück wird das musikalische Thema, zwei große Terzen, zögernd und spannungsreich eingeführt; sie bilden das Gerüst der Improvisationen. Überlagert wird die Musik vom Gedicht, das der Sprecher Ardie Walz rezitiert. Die Aussagen „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“ stehen im Zentrum. Anke Helfrich benutzt die Klangfarben des Klaviers und Fender Rhodes, das mit seinem glockenähnlichen Klang stilisierter, manierierter wirkt. Das Gedicht wird weniger kommentiert, sondern es entsteht mit der Musik ein neuer Text, eine Collage, die für den Hörer Projektionsflächen der eigenen Interpretation zulässt.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem weiteren Stück dieser Art, „The Prize“. Hier hat Helfrich die weltbekannte Rede Martin Luther Kings „I have a dream“ vertont. Ihre Vertonung ist eine verblüffende Leistung, denn Helfrich hat den Sprechduktus des Bürgerrechtlers aus dieser Rede akribisch transkribiert, bis sie eine Sprechmelodie heraus schälen konnte, die sie mit ihrer eigenen harmonischen Sprache unterlegt.

Vieles wäre noch zu erwähnen, die Virtuosität des Jazztrompeters Hagans, der mit seiner Spielweise Helfrichs harmonischem Denken sehr ähnelt, oder die Virtuosität von Martin Wind oder dem Percussionisten Jonas Burgwinkel, der zu den gefragtesten Jazzdrummern unserer Zeit gehört.

Aber diese CD ist eine Herausforderung im besten Sinne. Ihre Wirkung entzieht sich einer umfassenden Interpretation oder Analyse. Damit gehört diese CD zu den besten Einspielungen der letzten Zeit und hat das Zeug, diese zu überdauern.

CD, 2015, 10 Tracks, Label: Enja

SWR2 JAZZ 28.2.2016 | Bert Noglik

Dedication - Die Pianistin Anke Helfrich

Ihr Stil ist kraftvoll und facettenreich, in der modernen Jazztradition fundiert und im besten Sinne zeitgenössisch. Mit ihrem neuen Album "Dedication" ist der Pianistin Anke Helfrich ein musikalisches Manifest gelungen, das in Gestalt von Widmungen zugleich autobiografische Züge trägt. Anke Helfrich wuchs in Weinheim und in Windoek/Namibia auf, wo sich ihre Eltern in einer Anti-Apartheid-Organisation engagierten. So gestaltet sie aus eigenem Erleben, wenn sie sich von einem Text des Dichters William Ernest Henley inspirieren lässt, der einst Nelson Mandela bestärkte. Widmungen an Nahestehende gelingen ihr ebenso wie eine Hommage an Thelonious Monk und ein Hymnus an das Leben. Zum Höhepunkt des Albums gestaltet sich die gekonnt zwischen Illustration, Kontrapunkt, Zurücknahme und Verstärkung balancierende Vertonung von Martin Luther Kings epochaler Rede "I Have A Dream".

CD: Dedication, Anke Helfrich Trio feat. Tim Hagans

Reviews Album "Stormproof"

Mannheimer Morgen, 30.01.2009 | Kultur | Georg Spindler | Download as PDF
Jazzthetik, 2/2009 | Angela Ballhorn | Download as PDF
Jazz Podium, 2/2009 | Volker Doberstein | Download as PDF
Die Rheinpfalz, 29.01.2009 | Kultur | Dietrich Wappler | Download as PDF
Jazz thing, 77/2009 | Martin Laurentius | Download as PDF
Frankfurter Rundschau, 31.1.2009 | Tim Gorbauch

Sehnsucht nach neuen Wegen

Jazzpianistin Anke Helfrich startet vom Basislager Tradition souveräne Exkursionen

Vorab eine Reverenz an Thelonius Monk. An den kantigen Eigensinn eines der größten Pianisten des Jazz. "Hackensack" ist zunächst direktes Zitat, dann Aneignung. Anke Helfrich holt Monk förmlich von den Rändern in die Mitte, ohne dabei seine Sperrigkeit aus den Augen zu verlieren oder gar zu glätten. Sie denkt ihn umgekehrt nicht radikal weiter, nichts hier franst aus oder sucht die Extreme. Eher schon knüpft Helfrich an Monks Spielsinn an, an seinen Haken schlagenden, zugleich kraftvollen musikalischen Witz. Den "blonden Monk" hat man sie deshalb einmal genannt, das ist natürlich Irrsinn. Und auch Helfrich, die in Namibia aufwuchs, sieht das so: "Natürlich ist Thelonius Monk einer meiner ersten Einflüsse, natürlich inspiriert mich seine Art zu spielen, und natürlich liebe ich seine Stücke. Aber es so zu etikettieren, ist mir persönlich zu reißerisch."

Zugleich dienen die ersten vier Minuten von "Hackensack" auch dazu, Virtuosität zu demonstrieren. Ganz nebenbei, nicht aufdringlich. Aber man soll doch auch spüren, dass Anke Helfrich was kann, dass sie auch die Finger hat, um als eines der vielversprechendsten Jazztalente gehandelt zu werden - Gewinnerin der European Jazz Competition, des Hennessy Jazz Search und Trägerin des Jazzpreises der Stadt Worms. Helfrich wird hoch gehandelt in diesen Tagen.

"Hackensack" ist das Eröffnungsstück ihrer neuen CD "Stormproof". Es ist Helfrichs erste Veröffentlichung bei Enja, auch das Dokument ihres Aufstiegs in den vergangenen Jahren. Sie lässt gleich Platz für ihre Sidemen, für Henning Sieverts, der rau seinen Bass schabt, und Dejan Terzic, der den Groove zerlegen kann und doch einen klaren Puls behält. Mit Terzic spielt Helfrich seit sieben Jahren zusammen. Sieverts, der auch Cello spielt, ist neu hinzugekommen. Terzic hat ihn vorgeschlagen. Die Vertrautheit der beiden gibt dem Trio eine sichere Grundlage.

Wie ohnehin die Musik des Anke Helfrichs Trio sehr souverän ist. Man spürt die Beschäftigung mit der Jazzgeschichte, mit Monk, aber auch mit Bud Powell, Horace Silver, Chick Corea, Les McCann. Helfrich hat viel gehört, in sich aufgesogen, verarbeitet. Die Tradition ist ihr Fundament, eine Art Basislager für all ihre Ausflüge und Exkursionen.

"Stormproof", das Titelstück ihrer CD, zeigt die größte Sehnsucht nach neuen Wegen, nach einer Offenheit, die ohne Gerüst und Gewissheiten auskommen möchte. Es ist das schönste Stück der CD. Auch weil der Ausnahmeposaunist Nils Wogram da kongenialer Gast ist. Er wird auf der Trio-Tour Anke Helfrichs, die sie nun quer durch Deutschland führt, allerdings nicht dabei sein. Die Pianistin ist so etwas wie der Headliner einer neuen Jazzkonzertreihe. "Jazz ToDay" versammelt zwei dem zeitgenössischen Jazz gewidmete Sets an einem Abend: "Two artists present today's jazz". Zu hören sind jeweils ein junger deutscher Künstler und ein prominenter ausländischer Act. Und so wird nach Anke Helfrich der französische Ausnahmeschlagzeuger Manu Katché auf der Bühne stehen. Sting und Peter Gabriel zählen ihn zu ihren Lieblingsschlagzeugern. Sein Jazz ist eigensinnig gedacht, hörbar afrikanisch inspiriert und zugleich lustvoll frei. Playground heißt dann auch sein aktuelles Projekt.

Jazzzeit, 76/2009 | Angela Ballhorn

"Wer an Jazzpianisten aus Deutschland denkt, muss Anke Helfrich unbedingt auf der Liste haben!"

Drei CDs in acht Jahren ist in einer schnelllebigen Zeit wenig. Doch mit jedem Silberling konnte man die Entwicklung der Pianistin Anke Helfrich weiter verfolgen. Sehr originell ist die Kompositionsweise der Weinheimerin geworden, auch ihr Spiel hat den akustischen Fingerabdruck, den viele Pianisten noch suchen. Sie ist bei ihren Idolen geerdet und benutzt Monk oder Les McCann als Startblock für ihre eigene musikalische Sprache. Ihnen wie auch der 2008 verstorbenen Legende Johnny Griffin widmet Helfrich Stücke auf "Stormproof". Sturmsicher ist auch das weitere Repertoire des eigentlich klassischen Klavienrios, wären da nicht die spannenden Farben, die den Sound des Flügels, des Kontrabasses und des Schlagzeugs genial erweitern. Melodika, Harmonium, Fender Rhodes, Glockenspiel und das in der Ballade "Sehnsucht" fabelhaft gespielte Cello von Henning Sieverts ergeben eine spannende Mischung, als Gast ist Posaunist Nils Wogram zu hören. Wer an Jazzpianisten aus Deutschland denkt, muss Anke Helfrich unbedingt auf der Liste haben!

Jazz, 01/2009 | Matthias Schneider

Anke Helfrich - "Stormproof"

Anke Helfrich ist eine Ausnahmemusikerin, nicht allein weil sie sich in der männerdominierten Jazzwelt durchgesetzt hat und akzeptiert wird. Es ist insbesondere ihr dynamisches und swingendes Pianospiel, in das sie harmonische und melodische Überraschungen so virtuos einflicht, und dadurch dem Jazz neue Impulse gibt.

Auf ihrem dritten Leader-Album "Stormproof" präsentiert die Pianistin neben Interpretationen von Kurt Weill und Thelonious Monk Stücken vornehmlich Eigenkompositionen. Als Hommage an Monk, der ihr facettenreiches Spiel am stärksten geprägt hat, wählte Helfrich sein legendäres "Hackensack" als Eröffnungsstück des Albums aus. Ihr Trio, zu dem der Bassist und Cellist Henning Sieverts sowie der Schlagzeuger Dejan Terzic gehören, verleiht dem Jazzklassiker selbstbewusst und kunstfertig eine neue, ganz persönliche Note. Darüber hinaus ist die Interpretation ein Beleg für Helfrichs Interesse am traditionellen Jazz, befreit vom Original, bisher Verborgen gebliebenes herauszuarbeiten. Der Ausnahmeposaunist Nils Wogram verfolgt einen ähnlichen musikalischen Ansatz, und so unterstützt er das Trio nicht nur bei Livekonzerten, sondern ebenso bei der Einspielung von "Stormproof". Bei dem gleichnamigen sehr frei gehaltenen Titelstück tritt das Trio in einen impulsiven Dialog mit dem Gastsolisten, der offen legt, wie perfekt die Musiker harmonieren und eingespielt sind.

Es ist Anke Helfrichs Spielfreude, ihr Experimentieren mit Gegensätzen, das "Stormproof" zu einem sowohl sehr kraftvollen als auch sensiblen, aber vor allem lebendigen und swingenden Jazzalbum macht.

Martin Schuster

"Den Stürmen des Lebens trotzen"

Die deutsche Pianistin Anke Helfrich

Falls Sie ihren Namen noch nicht gehört haben, merken Sie ihn sich trotzdem: Anke Helfrich gliedert sich mit "Stormproof", ihrer dritten CD als Leaderin, in die erste Liga des europäischen Jazzpianos ein.

Hier einmal die Eckdaten: Anke Helfrich, geboren in Deutschland, teilweise in Namibia aufgewachsen, erster Klavierunterricht in Weinheim, 1987 Preisträgerin beim "Jugend jazzt"-Landeswettbewerb Baden-Württemberg, später Studien in Freiburg, Hilversum, Kanada und New York (wo sie u.a. Schülerin von Kenny Barron und Larry Goldings war). Gründung eines eigenen Trios, 1996: 1. Preis bei der European Jazz Competition, Konzerte in ganz Europa. 2000: Debüt-Album "You'll See", 2006: Nachfolge-Album "Better Times Ahead" (beide nominiert für den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik). 2007: Finalistin der "Mary Lou Williams Competition", Washington, D.C. Anfang 2009: Veröffentlichung von "Stormproof", große Deutschland-Tournee gemeinsam mit der Manu Katché Band.
Anke Helfrich hat unheimlichen Spaß beim Klavierspielen - das hört man schon nach wenigen Takten. Ihr Spiel ist zwar manchmal schräg und unkonventionell (nicht zufällig steht sie auf Monk), aber auch sehr sinnlich und vor allem groovy (denn auch Les McCann und Herbie Hancock zählen zu ihren Favoriten).
Aus all diesen Einflüssen hat Helfrich eine Art transatlantischen Stil entwickelt und beweist Gespür für eingängige Themen, ohne sich anzubiedern. Dass ihre Kompositionen direkt aus dem Leben gegriffen sind, erkennt man schon an Titeln wie "Sehnsucht" und "In Good Times As In Bad".

Von Hackensack über Montreux nach Dessau
Das suitenartige Titelstück von "Stormproof" ist programmatisch, soll es doch laut der Pianistin "die Stürme des Lebens" versinnbildlichen. Anke Helfrich und ihre Band - Henning Sieverts an Bass und Cello, Dejan Terzic an Schlagzeug und Perkussion sowie auf einigen Stücken der Posaunist Nils Wogram - gehen hier sehr lautmalerisch zu Werke, setzen E-Piano, Glockenspiel und Melodica ein. Aber es gibt auch, wenn man so will, "Staight-Ahead"-Stücke auf der CD; etwa das Monk-Tribut "Hackensack", in das Helfrich genüsslich einige Zitate anderer Jazzstücke einflicht, oder die beiden feinen Kurt-Weill-Stücke "September Song" und "Speak Low", denen sie interessante Facetten abgewinnt. Schließlich gibt es noch das nach einem legendären Album von Les McCann benannte groovige "Swiss Movement" und das eher nachdenkliche "Little Giant", eine Hommage an den im Sommer 2008 verstorbenen Johnny Griffin, mit dem die Pianistin auch gespielt hat.

Ein rundum gelungenes Album, das Raffinesse mit Spielfreude auf lockerste Art und Weise verbindet. Wenn sich die Zukunft des deutschen Jazz so anhört - dann bitte bald mehr davon!

CD-Tipp: Anke Helfrich "Stormproof", Enja Records, Vertrieb: Soulfood

Reviews Album "Better Times Ahead"

CD Review at OnlineMusicMagazin 06.2006 | Download as PDF
CD Review Jazzthetik 06.2006 | Download as PDF
CD Review at Kulturspiegel 06.2006 | Download as PDF
CD Review at StereoPlay magazine 06.2006 | Download as PDF
CD Review at Audio magazine 06.2006 | Download as PDF
Die Weltwoche - 08.06.2006 | Kultur - Jazz

Zum Teufel, Wenn Gott es könnte ­ er würde die deutsche Pianistin Anke Helfrich verbieten.

Zu viel Schönheit verdirbt den Charakter, wie zu viel Geld und zu viel Talent. Heisst es. Aber das ist erstens ein verbiestert abendländischer Neid auf alles irdische Glück. Oder, älter, die Furcht vor dem Neid der Götter. (Generationen, die im Deutschunterricht noch anderes als Literatursoziologie, Medienkunde und Strukturalismus mitbekommen haben, assoziierten da vor Zeiten subito Schillers «Ring des Polykrates»: «Hier wendet sich der Gast mit Grausen: 'So kann ich hier nicht ferner hausen'» et cetera.) Zweitens ist Anke Helfrich aus Horb am Neckar zwar gottverboten schön und talentiert, was die Protektion durch den Altmeister des subtilsten Postbop-Pianos, Kenny Barron, ebenso erklären mag wie die Bewunderung von Michael Naura, dem brillantesten und unverschämtesten Macho der deutschen Jazzkritik («selten von einem deutschen Pfötchen etwas so Leichtes und Inspiriertes gehört»). Aber die blonde Lady (der auch schon das idiotische Label «der blonde Monk» verpasst wurde ­ eine verwegene Vorstellung) musste kürzlich einiges erleben beziehungsweise überleben. «She paid her dues», wie es im Jazz heisst.

Ihre aktuelle CD heisst «Better Times Ahead» ­ der Pressetext spricht von einer «längeren Pause, teilweise durch eine schwere Krankheit erzwungen» (ihr Debüt, «You'll See», liegt sechs Jahre zurück), und wenn sie sich im Booklet nicht, wie so üblich, bei Kollegen, Gurus, den Eltern, Buddha, Produzenten oder dem lieben Gott bedankt, sondern bei drei Ärzten, will sie, dass wir uns dabei etwas denken. Genug: Here she goes again, hears that trumpet blow again, die strahlende Lady ist zurück, und gleich in der prominenten Gesellschaft von Trompeter/Flügelhornist Roy Hargrove (auf einem Teil der Stücke, etwa der vertrackten, eng gesteckten und in freie Weiterungen ausfransenden Eigenkomposition «Der Turm»). Und mit ihrer Rhythmusgruppe, dem Bassisten Martin Gjakonovski aus Mazedonien und dem Drummer Dejan Terzic aus Banja Luka, ein Piano-Trio, das etwas mehr ist als halt noch eine Ausgabe des verbreitetsten Jazz-Standardformats. Mit den ersten Takten von «Movin' In», der ersten ihrer Eigenkompositionen, verbittet sich Frau Helfrich[50] sozusagen alle Blondinenwitze. Unüberhörbar, dass sie, bei allem, auch noch intelligent ist. Anke Helfrich spielt zwar zwei Titel von Monk, ein abschliessendes Solo über «Ask Me Now» und ein schönes «I Mean You» mit Hargrove auf dem Flügelhorn. Sonst aber erinnert ihr grooviges, funkiges Piano eher an Les McCann oder allenfalls Bobby Timmons. Die Lady swingt wie der Teufel (wie schön, es scheint wieder erlaubt). Aber sie kann auch anders und ziseliert eine der schönsten Balladen der ganzen Standards-Literatur, Kurt Weills «My Ship» aus dem Broadway-Musical «Lady In The Dark», so subtil in die Tastatur, als wär's ein Stück St. Galler-Spitzenklöppelei. Oder eins von Debussy.

Anke Helfrich erfindet nicht den Jazz neu. Sie kratzt sich nicht mit der rechten Hand am linken Ohr oder tüftelt ums Verrecken nie gehörte Licks und Gimmicks aus. Aber was ihr zu bekannten Vorlagen einfällt, vor allem was sie schreibt, ist frisch, entspannt und einfallsreich. «Sie ist eine wirklich begabte und sensible Pianistin», sagt ihr Partner Hargrove, als müsste er sich gegen den Vorwurf verteidigen, ihrer Erscheinung erlegen zu sein und nicht ihrer Musik. Unter den mittlerweile auch etwas in die Jahre gekommenen «Young Lyons» ist Hargrove eine der kreativen Figuren, einer, der die Vorbilder Clifford Brown, Kenny Dorham, Freddie Hubbard et cetera nicht nachbuchstabiert, sondern in ihrem Geist seine eigene Musik spielt. Um eine alte Formel mal wieder aus dem Sack zu ziehen: Wie Anke Helfrich übrigens auch, erzählt er in einer fertig erfundenen, über Jahrzehnte tradierten Sprache neue Geschichten. Das ergänzt sich wunderbar. Postbop als lingua franca, als lockere Demonstration, dass nicht gleich die Erde wackeln muss, damit etwas Originelles entsteht, oder auch nur etwas auf nicht banale Art Unterhaltendes. Dass auch im Jazz der Teufel (oder der liebe Gott) im Detail hockt. Spannung entsteht mitunter, lehrt uns diese CD, aus kleinen Bewegungen, nicht nur aus grossen Brüchen. (Manchmal, dies nebenbei, altern scheinbar grosse Erfindungen schneller als kreative Fortschreibungen eines überkommenen oder übernommenen Idioms.)

Charakter wird der schönen Anke Helfrich niemand absprechen wollen.
CD-Tipp zum Konzert
Kraftvoll und schön
Anke Helfrich Trio feat. Roy Hargrove:
Better Times Ahead (challenge/double moon)

Zweifelsfrei: Bessere Zeiten werden kommen! Nach dieser CD auf jeden Fall. Schon der erste Titel "Movin' In" ist voller Kraft und Schönheit. Im besten New-Bop-Stil geht es eine knappe Stunde nur um die Sache selbst. Betörend, wie Anke Helfrich das Stück My Ship (K.Weill/I. Gershwin) aus dem Broadway-Musivcal "Lady In The Dark" angeht. Hier wird gesegelt, gekurvt und alle Wellenberge mit Bravour genommen. Ein furioses Feuerwerk in fantasievollster freier Stilistik ist "Der Turm". Hier kracht es im Gebälk und Dejan Terzic zeigt sich als Meister der kalkulierten Dynamik. Durchdacht und gefühlvoll die Ballade "Thanks For Being Here" und voller Hoffnung, hymnisch und vielschichtig (wie kann es anders sein) "Better Times Ahead". Sensationell!
(Matthias Creutziger, Scala 05/06)
Anke Helfrich Trio feat. Roy Hargrove
Better Times Ahead

Wenn Anke Helfrich in die Tasten greift, dann weiß der Jazzfan, was ihn erwartet: eine ungeheuer swingende Musik mit zeitgenössischen Einsprengseln, ein Jazz, der reine Freude bereitet. Und so beginnt die neue CD mit „Movin´In“, einem Thema im 5/4-Takt, das den Trio-Mitgliedern reichlich Raum für solistische Vorstellungen bietet. Das balladeske „My Ship“ aus der Feder von Kurt Weill und Ira Gershwin leitet die Pianistin mit einem verträumt klingenden Solo ein,bevor nach einer kurzen Überleitung Bassist Martin Gjakonovski und Drummer Dejan Terzic mit leichtfüßigem Latin-Touch hinzukommen.
In starkem Kontrast dazu steht „Der Turm“, eine Helfrich-Komposition, in der der Trompeter Roy Hargrove über einer pulsierenden Basis aus Piano, Bass und Drums sowie im Duo mit Helfrich ein sich aus Hardbop entwickelndes ekstatisches Free-Solo bläst. Stakkati im Up-Tempo vor einer kurzen Beruhigung und der Rückkehr zum Thema.
Dass das Trio mit Hargrove - dieses Mal mit Flügelhorn - auch in leisen und melodischen Kompositionen als homogener Klangkörper bestehen kann, belegt „Thanks for beeing here“, ein Stück, das cool und sinnlich zugleich, zart und verspielt sowie mit einem harmonisch reizvoll verzierten Bass-Solo und sanftem Spiel auf Trommeln und Becken einlullt. Funky wiederum erklingt das Titel-Stück „Better Times Ahead“ in der Trio-Besetzung. Als expressives Up-Tempo-Stück interpretiert das Quartett Monks „I Mean You“, in dem Anke Helfrich ihrem musikalischen Vorbild Tribut zollt. Mit der anschließenden „Miniatur An-ma.de“, dem fast surrealen Klangfarbenspiel aus Single-Note-Trauben, gestrichenem Bass und rasselnder Percussion belegt die Weinheimer Pianistin ihre Vielseitigkeit, die keine Beliebigkeit ist, sondern stilsichere Bewegung im zeitgenössischen Jazz. Mit ihrem Trio und dem Gast bleibt sie stets der amerikanischen Tradition verbunden, in die sie die europäische Freiheit einbindet. So entsteht eine Musik, die bis zum letzten Ton gefangen nimmt.
(Klaus Mümpfer, Jazzpodium 05/06)

Reviews Album "You'll See"

"Süd-West-Presse" 12.03.2001
Monk und die Folgen
...unterhaltsamer, ja begeisterder Modern Jazz. ...bot sich die Gelegenheit, die Pianistin mit ihrer ganzen Vielseitigkeit kennen zu lernen. ..Gleich mit dem zweiten Stück setzte sie einen musikalischen Höhepunkt mit dem aus ihrer Feder stammenden "Upper Westside"...Auch mit ihrem bluesigen, toll groovenden "You`ll see" oder in ihrer melancholisch angehauchten Ballade "Take care" flocht sie immer wieder Zitate ein, entwickelten sich spannende Dialoge mit dem erstklassischen Bassisten... Ein klassisches Jazztrio schenkte dem begeisterten Publikum noch zwei Zugaben und lässt für die Zukunft hoffen. (W. Häberle)
"Süddeutsche Zeitung" 12.03.2001
Ständiger Blickkontakt trotz langer Mähne
..Anke Helfrich geht ungemein neugierig und verspielt auf die klangreichen Argumente ihrer Kollegen ein...So werden Dialoge angestimmt, die sich aus dem Moment ergeben, wird musikalisch "gefachsimpelt" auf höchstem Niveau, werden Musikerwitke getauscht, deren Pointen im Kontext der Musik durchaus verständlich werden... Fazit: Modern arrangierte, populär gestimmte Musik, die einen Bogen zwischen der Frühzeit des Jazz und seiner Beschaffenheit an der Schwelle des dritten Jahrtausends. (H. Steinfurth)
"Die Rheinpfalz" 14.03.2001
Gelungenes Konzert des Anke Helfrich Trios
Mainstream, von modernen Zügen geprägt, stilistisch eigen, eben Anke Helfrich....Wenn A. Helfrich spielt, dann greift sie stets auf die Komponistin Anke Helfrich zurück.... .... Spätestens hier wird klar, daß sich die Pianistin auch als Entertainerin versteht, die Kontakt zum Publikum hält und die Intentionen der Songs erklärt. (jös)
NDR "Die Norddeutsche" 19.03.2001
Das Anke Helfrich Trio überzeugte im Kito
Klein, zierlich, dunkler Blazer: Anke Helfrich betritt die Bühne des Kito. Eine apparte Erscheinnung. Und sie kann Klavier spielen! IIm Gepäck das Gesellenstück, ihre erste CD. In New York produziert, wo sie sich schnell in die Herzen der Jazz-Elite gespielt hat: ...Ein perfekter Auftakt, der gleich zu Anfang klarstellt: In Sachen Stil und Spielauffassung steht Tommy Flanagan Pate, groovy und schwarz! ...die Monkstücke bilden Kontraste zu den ruhigen Bluesstücken und gefühlvollen New Orleans-Grooves, von denen gut die Hälfte aus ihrer eigenen Feder stammen. Auch mit ihnen orientiert sich die Pianistin am Modern Jazz, wobei sie eigene Ideen einbindet, ohne zwanghaft Neues zu produzieren. Tradition gepaart mit jugendlicher Frische...Ein Abend so richtig spannend entspannend... (A.-J. Bahr)
"Lübecker Nachrichten" 18.03.2001
Zum Auftakt des Jazz-Forum brillierte das Anke Helfrich Trio
...Das Anke Helfrich Trio zeigte dem begeisterten Publikum vor ausverkauftem Haus, was Jazz sein kann: Groovige, tempramentvolle, mitreißende Musik, die keinesfalls ins Museum gehört. Musikalisch hatte sich das spielfreudige Trio ganz der aktuellen Postmoderne verschrieben...Anke Helfrich steuerte Eigenkompositionen bei, die der Virtuosität der drei Musiker eine ideale Plattform boten.Getragen von der Dynamik der gut harmonierenden Rhythmusgruppe, dem Drummer Guido May und dem Bassisten Christian v. Kaphengst, entwickelte sie am Piano ein eindrucksvolles, temporeiches Spiel, das zu ihrer zierlichen Figur auf den ersten Blick gar nicht zu passen scheint. Die kleinen, energischen Hände fliegen über die Tasten, zaubern schnelle, energetische Melodien hervor. ...Anke Helfrichs Spiel erinnert an die dissonanten Klänge eines Thelonious Monk, dem sie allerdings eine weibliche Note verleiht. (S. Goris)
"Stormsener Tageblatt" 19.03.2001
Mitreißende Eigenkompositionen
Mit rasanten Läufen und groovigem Sound begann am Freitagabend das Konzert im Rathaussaal. ..Das Publikum kam aus gutem Grund, war doch für das erste Konzert der Jazzsaisson mit dem Trio um die Pianistin Anke Helfrich eine Newcomer-Band zu Gast, die in den vergangenen Monaten einen Senkrechtstart in der deutschen Jazzszene hinlegte. ..Völlig unverkrampft, ein wenig über dem Boden des musikalisch-technisch Machbaren schwebend, swingeten sie sich durch eine Mischung aus mitreißenden Eigenkompositionen und brillant arrangierten Standards. Trotz Bebop-bedingtem Tempo klang das Piano von Anke Helfrich immer relaxt, aber vor Spannung vibrierend. (F. Sablowski)
"Mannheimer Morgen" 06.08.2001
Bluesklänge und filigrane Feinheiten begeistern die Fans
Trotz strömenden Regens bejubeln die "Jazz im Quadrat"-Besucher den Auftritt der Weinheimer Pianistin Anke Helfrich (Von unserem Redaktionsmitglied Georg Spindler)
Die Kunst des Piano-Trios ist eines der Herzstücke des Jazz: Klavier, Bass und Schlagzeug bilden als Rhythmusgruppe die Keimzelle fast aller swingender Klangkörper. Als eigenständige Disziplin stellt das Musizieren in der Dreier-Formation aber nicht das leicht verdaulichste Genre dar - denn oft passieren hier die entscheidenden Ereignisse unter der Oberfläche des Konventionellen, scheinbar Unspektakulären: in subtilen Zwiegesprächen, dezenten Andeutungen und dynamischen Feinheiten. Trotz dieses Anspruchs hatte das Trio der Pianistin Anke Helfrich am Wochenende bei seinem Auftritt bei "Jazz im Quadrat" im proppevollen Innenhof des "MM"-Pressehauses in R 1 keine Mühe, das Publikum zu begeistern. Selbst strömender Regen und klatschnasse Kleidung hielt die Besucher nicht davon ab, die Darbietung der Weinheimerin zu bejubeln, die derzeit bundesweit die Kritiker-Riege in ihren Bann schlägt. "Diese Musik ist einfach viel zu intensiv, da kann man nicht weghören", kommentierte Bassist Christian von Kaphengst. Er komplettierte bei dem von der Eichbaum-Brauerei gesponserten Konzert zusammen mit dem fabelhaften Trommler Guido May eine hochkarätige Formation, bei der nicht nur die Band-Leiterin mehrmals Beifall auf offener Szene erntete. Die Musik des Trios klingt durch und durch amerikanisch: Vom ersten Moment an, als die Band mit Gershwins Klassiker "It Ain't Necessarily So" beginnt, ist sie erfüllt von schwarzem Funk-Gefühl und einer rhythmischen Lockerheit, die man nur mit dem US-Ausdruck "relaxed" beschreiben kann. Vor allem Anke Helfrich bringt diese Qualitäten ins Spiel: mit zerrenden Blues-Tremoli, lässigen, knapp hinter dem Beat hängenden Kurz-Phrasen und schummrigen Gospel-Harmonien, in denen Schmerz und Wohlgefühl jene zwiespältige Einheit aus leidvoller Erfahrung und optimistischer Hoffnung bilden, die so typisch ist für die afro-amerikanische Musik. Passenderweise tragen Helfrichs Eigenkompositionen zuversichtliche Titel wie "Better Times Ahead" oder "You'll See". Auf der anderen Seite beschwört die Frau mit der hüftlangen blonden Mähne alte Bebop-Herrlichkeit:
Ihre Improvisations-Linien lässt sie, etwa bei der Interpretation des Thelonius-Monk-Stückes "I Mean You", in dissonanten Schräglagen ausklingen. Oder sie fügt in den schwebend balladesken Einleitungen einiger Titel Melodie-Bruchstücke und Akkord-Brocken zu schroffen, bizarren Klang-Puzzles zusammen, wie sie in der Ära von Monk, Bud Powell oder Herbie Nichols beliebt waren. Mal eingängig, mal anspruchsvoll - diese Mischung kommt an bei den Zuhörern, unter denen sich viele Musiker wie Wolfgang Lauth, Jochen Brauer oder Christian Eckert befinden. Auch Stadträtin Helen Heberer ist dabei, sie findet den Auftritt "sehr einfühlsam und entspannend, genau das Richtige, um in Urlaubsstimmung zu kommen". Ihr Begleiter Ottmar Konrad bringt das Ganze auf den Punkt: "Die drei auf der Bühne sind so gut, dass sie ganz unaufgeregt wirken." Und Manfred Hörr aus Hemsbach, früher selbst Veranstalter von Jazz-Konzerten, ist ganz aus dem Häuschen: "Anke Helfrich hat genau dieselbe Klasse wie früher der Dottler. Von der wird man noch viel hören." © Mannheimer Morgen – 06.08.2001